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Elfriede und Franz Staudhammer am Machu Picchu
Eindrücke der Bolivien- und Peru-Reise
von Elfriede und Franz Staudhammer
31. Juli bis 30. August 2007

Teil 1
>> Teil 2

Erschöpft von der über dreißigstündigen Flugreise landen wir in der 600.000 Einwohner zählenden Stadt Cochabamba und sind froh, endlich bolivianischen Boden unter den Füßen zu spüren.
Carlos Aquino erwartet uns bereits am Flughafen und wir sind im gastfreundlichen „Casa de Coco“, im Wohnhaus seines Bruders Jorge Aquino, bei Fabiana, Victoria und Cintia zum Essen eingeladen. Einige Reiseformalitäten gilt es noch zu besprechen; außerdem wollen wir einen Flug von Cochabamba nach La Paz buchen.

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Nur wenige Tage später sitzen wir bereits im Bus nach Peru: Cuzco und Machu Picchu werden ein erster Höhepunkt unserer Andentour sein.
Die letzten beiden Plätze im Trans-Litoral-Direktbus hatten wir noch ergattert, leider unmittelbar neben der Toilettenkabine. Zwölf Stunden sind wir in dem wackeligen und quietschenden Gefährt unterwegs von La Paz nach Cuzco. Anfangs zieht eintönige Altiplano-Hochebene an den Fenstern vorbei, aber dann gibt es schöne Ausblicke entlang des Titicaca-Sees. Als wir Cuzco, das Herz des Inka-Imperiums erreichen, ist es bereits tiefe Nacht.
In den folgenden Tagen durchstreifen wir die vielleicht interessanteste Stadt Südamerikas und sind tief beeindruckt von der Kolonialarchitektur und noch mehr von den tonnenschweren Steinblöcken, die passgenau zu monumentalen Inka-Mauern zusammengefügt wurden. Auch Saqsaywamán, die Festung oberhalb der Stadt oder die Tempelburg Ollantaytambo am Ende des „heiligen Tals der Inkas“ zeugen von der überlegenen Baukunst der Inkas, die selbst schweren Erdbeben standgehalten hat.

In Ollanta besteigen wir den Zug, der eine Weile dem Lauf des Rio Urubamba folgt. Bald wird die Schlucht so eng, dass nur noch der Fluss und die Bahngleise Platz finden. Die Luft wird zunehmend feuchter und wärmer, denn der Zug schaukelt nun durch einen halbtropisch wuchernden Bergurwald mit Farnen, Lianen, Lilien und Orchideen.

Doch die Urwaldromantik geht jäh zu Ende, als wir das Bergdorf Aguas Calientes erreichen. Der Wildwuchs an Herbergen, Restaurants und Souveniermeilen ähnelt einer Mischung aus Wallfahrtsort, Basar und Viktualienmarkt.

Am nächsten Morgen wollen wir früh mit dem Zubringerbus zu den Ruinen fahren, doch bereits um 6 Uhr morgens müssen wir uns in eine lange Warteschlange einreihen, um später in den 25. Bus (!) einsteigen zu können, der uns zu den Machu Picchu-Ruinas auf 2500 Meter Höhe bringt.

Machu PicchuEin Naturschauspiel beginnt: Gegen 7:00 Uhr früh steigt die Sonne über die grün überwachsenen Berge und taucht die Ruinenstadt in ein mildes Morgenlicht - ein atemberaubender Anblick, der die Menschenmassen, die sich täglich nach oben wälzen, vergessen lässt! Es ist diese Mischung aus versteckter und rätselhafter Inka-Architektur und schier unberührt-wuchernder Natur, welche eine seltene Faszination ausüben. Wir bleiben, bis die Tagestouristen die Anlage verlassen haben und kehren erst spät abends nach Cuzco zurück.

Am folgenden Abend nehmen wir den Nachtbus zurück nach La Paz.
Gedanken kommen auf an die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes, nicht nachts zu fahren ... an übermüdete Fahrer ... an Zeitungsmeldungen und Bilder von abgestürzten Bussen ... überlagert von der Hoffnung, dass alles gut gehen wird ...

Und es geht gut! ¡Gracias a Dios!

Nach einer Übernachtung in La Paz gehen wir nochmals auf Nachtfahrt und erreichen morgens auf einer unwirtlich-kalten Hochlandebene die Kleinstadt Uyuni, die Ausgangsort ist für eine Jeeptour über den Salar und zu den Hochland-Lagunen.

Zusammen mit vier weiteren Reisenden, einem Koch und dem Fahrer kriechen wir in einen ziemlich betagten 4WD-Toyota und starten zu einer Dreitagestour über den Salar de Uyuni, der größten und höchstgelegenen Salzwüste der Erde, spazieren durch Kakteenwälder und bestaunen die wechselnden Farbspiele der Laguna Colorada und anderer Hochgebirgsseen auf über 4000 Meter Höhe im wilden Südwesten Boliviens.

Laguna CoronadaObwohl ziemlich anstrengend und ohne zivilisatorischen Komfort, wird dieser Teil der Reise zu einem zweiten Höhepunkt und hinterlässt unvergessliche Eindrücke.

Ein Bus bringt uns hinauf nach Potosi, der mit 4065 Meter höchstgelegenen Großstadt der Erde. Diese einstmals reiche Stadt schrieb traurige Geschichte. Denn vom 16. bis zum 18. Jahrhundert mussten Millionen Indios unter unmenschlichen Bedingungen Silbererz abbauen und sich in den Bergstollen zu Tode schuften, um die unersättliche Gier der Spanier nach Silber zu befriedigen.

Später fahren wir hinab nach Sucre, der nominellen Hauptstadt Boliviens. Hier werden wir erstmals konfrontiert mit Demonstrationen, Streik- und Blockadeankündigungen.
Die Gründe dafür sind schwer nachvollziehbar und für Außenstehende eher undurchsichtig: Teils geht es um den Verfassungskonvent, den die Opposition verhindern will, teils um die Legitimität gewählter Präfekten contra regierender MAS-Partei von Evo Morales, teils um die gerechte Verteilung der Einnahmen aus den Gasexporten.

Da mit Straßenblockaden zu rechnen ist und an den Ausfallstraßen schon Blockadefeuer für die „Firewalls“ angefacht werden, entscheiden wir uns, bereits abends mit dem Bus zurück nach Cochabamba zu fahren. Müde und gerädert von der schlaflosen Nacht auf einer holprigen Überlandstraße, erreichen wir wieder unseren Ausgangsort. Hier und in der näheren Umgebung von Cochabamba verbringen wir den letzten Teil der über vierwöchigen Reise.

Weiter Teil 2: >> Reisebericht Bolivien und Peru

 


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