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Durch
Ihre Spenden konnten wir im Jahr 2003 an das Kulturzentrum Ayopayamanta
den Betrag von 20.487 € überweisen.
Im Namen der Gemeinden Ayopayas und des Kulturzentrums danken
wir allen Spendern sehr herzlich.
Die langen Schatten des Zorns
Erschreckende Schlagzeilen aus der Süddeutschen
Zeitung – gedruckt in den Ausgaben zwischen dem 14. und
28. Oktober 2003.
Auslöser
dieser gewalttätigen Ereignisse, an deren Ende mehr als
60 Tote zu beklagen waren – mehrheitlich unter den Aymara-Campesinos
des Hochlandes und den Ärmsten der beiden Städte La
Paz und El Alto –, war die von der alten Regierung geäußerte
Absicht, bolivianisches Gas zu exportieren. Profitiert hätte
davon nur die nationale und internationale Wirtschaft, das Volk
– Bauern, Arbeiter, Handwerker, die kleine Mittelschicht
– wäre einmal mehr leer ausgegangen.
Dagegen ist protestiert worden, denn die Armut ist in weiten
Teilen des Landes unerträglich geworden. Vor allem die
Landbevölkerung sieht sich mit Lebensbedingungen konfrontiert,
die man nur als menschenunwürdig bezeichnen kann. Diese
Situation kann und will sie nicht länger erdulden. So richtet
sich der Protest gegen Geschäfte, die einmal mehr nur die
Reichen bevorteilen und die Armen in der Armut belassen.
Der alte Präsident Sánchez de Lozada
ist verjagt, ein neuer, Carlos Mesa, ernannt worden. Ist das
bereits die Lösung der Probleme? Wird Bolivien zu mehr
sozialer Gerechtigkeit finden? Was bringt die Zukunft?
Indianische Politiker stellen radikale Forderungen,
die kurzfristig nicht zu erreichen sind. Sie riskieren damit
einen tiefen Bruch in der nationalen Gesellschaft und fördern
zudem die Gewaltbereitschaft. Junge Aymaras auf dem Hochland
sollen bereits Waffenarsenale angelegt haben, um bei den nächsten
Protesten "angemessen" auf die Gewalt des Militärs
reagieren zu können.
Wir
alle wissen und erfahren dies täglich aus den aktuellen
Nachrichten: weder die staatliche Gewalt der Mächtigen
noch die terroristische Gegengewalt führen zu menschenwürdigen
Lösungen.
Was bleibt, ist der Weg der kleinen Schritte, den wir von Runa
Masi und Sie, unsere Spender, seit vielen Jahren beschritten
haben. Denn die Verbesserung der Infrastruktur, die wir in vielen
Gemeinden durch die Trinkwasser- und Bewässerungsprojekte
erreicht haben, führt zwar noch nicht direkt zur Verminderung
der Armut, wohl aber zur Steigerung der Lebensqualität.
Dieses hoffnungsvolle Ziel wollen wir auch im kommenden Jahr
durch die Unterstützung von Projekten des "Centro
Cultural Ayopayamanta" nicht aus den Augen verlieren.
Augenzeuge dieser kleinen Schritte war
im vergangenen Sommer das Runa-Masi-Mitglied Hans Bauer, dessen
Reiseeindrücke wir Ihnen im Folgenden wiedergeben möchten.
Die
„Fiesta de la Confraternación“ (das Fest
der Verbrüderung) wurde zwar erst am Vorabend unserer Rückreise
in Cochabamba gefeiert, die Verbindung und Begegnung zwischen
Freunden ereignete sich aber bereits vom 1. Tag unserer Ankunft
an. …
Schon oberhalb von Independencia empfing uns eine kleine Abordnung
mit dem Bürgermeister, Mitarbeitern des Kulturzentrums
und des Radios Ayopaya. Gleich am ersten Abend gab es ein Empfangskonzert
mit der Gruppe Sacambaya und weiteren Musikern auf der Plaza.
Am nächsten Tag wurden wir in der Alcaldía (Rathaus)
feierlich empfangen (wozu immer ein reicher Konfetti-Segen auf
das Haupt gestreut wird). Wir waren auch nicht mit leeren Händen
gekommen, sondern hatten Materialien und Werkzeuge sowie private
und öffentliche Spenden (Gesamtbetrag 4 800.-€) mitgebracht.
Untergebracht wurden wir im Gästehaus Inti Wasi (Sonnenhaus),
das – obwohl noch nicht ganz fertig – in einer kleinen
Zeremonie offiziell eingeweiht wurde.
Unsere Gastgeber hatten einen Besichtigungstag in Independencia
und drei große Exkursionen für uns vorbereitet. […]
In Ichulomas konnten wir uns auch von den Projekten ein Bild
machen: Malerisch lag das Dorf mit der teilweise neugebauten
Landschule am Hang. Sonne und Nebelfetzen wechselten sich ab.
Grün leuchtete uns der Salat aus dem Schulgarten entgegen.
Man hörte das Wasser in ein großes Sammelbecken rauschen,
einige Schläuche waren hangabwärts gelegt und bewässerten
dort Felder. Der Sprecher des Dorfes kam uns mit drei weiteren
Campesinos entgegen und bedankte sich bei mir für die Unterstützung
(Trinkwasser etc.), die Runa Masi geleistet hat.
Wir gingen zur Schule weiter. Der Lehrer und die Kinder erwarteten
uns schon. Mit einem selbst getexteten (Lob)Lied auf die Mitarbeiter
des Kulturzentrums und einer Rezitation über die Pacha
Mama und deren Zerstörung warteten die Kinder auf den Besuch
aus Deutschland. Umwelterziehung wird hier groß geschrieben
…
Das
größte Umweltprojekt, das wir besichtigten, war die
Umwandlung der früheren Müllhalde (am Flussufer) von
Independencia in einen botanischen Garten. Hier wird Wasser,
Landschaft und Dorf geschützt und aufgewertet. Interessant
war auch die Besichtigung des Prototyps eines Waschhauses am
Rande des Dorfes: Acht Wasserhähne, eine Toilette mit Wasserspülung
und eine Solardusche gehören dazu.
In allen Dörfern und Landschulen
der Region Ayopaya sollen solche Häuschen gebaut werden,
um die Hygiene und damit den Lebensstandard erhöhen …
Vor allem Runa Masi wird um die Unterstützung dieser Projekte
gebeten.
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