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Reiseerlebnisse und Notizen aus Ayopaya / Bolivien / Aug. 2009

Reisebericht Teil 3

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Villa Tunari - Cochabamba, 28. August 2009

In der Chapare-Region, einem der wichtigsten Coca-Anbaugebiete im Tiefland, verbringen wir einige Tage in der Nähe des Urwaldstädtchens Villa Tunari. Inmitten des tropischen Urwaldes quartieren wir uns im Hotel „El Puente de la Selva“ in eines der schönen Cabañas ein. Hier ist der ideale Ort, um sich vom anstrengenden Hochlandaufenthalt ein wenig zu erholen und im Fluss zu baden.

 

 

In rasantem Tempo fahren wir im Trufi-Taxi wieder zurück nach Cochabamba. Diese wichtige Strecke ist inzwischen breit ausgebaut; umso schneller und waghalsiger wird gefahren. Nach zwei Stunden Fahrt geraten wir in einen Stau: Ein Tanklastzug, der von der Straße abgekommen ist, lehnt halb umgekippt in der Böschung an einer Felswand. Passanten bringen Kanister und Flaschen herbei, um den auslaufenden Treibstoff aufzufangen, der sich neben der Straße in einer Wasserrinne ins Tal ergießt. Auch unser Busfahrer hält an, leert eilig seine Wasserflasche, um Treibstoff zu schöpfen. Zwei Polizisten stehen ratlos daneben.

Cochabamba / La Casona, 28. August 2009

Einige Tage vor unserem Rückflug nach Deutschland durften wir als einzige ausländische Gäste einen kulturell-musikalischen Abend bolivianischer Prägung miterleben. Das „Centro Cultural Ayopayamanta“ - die Partnerorganisation unseres Fördervereins „Runa Masi e.V.“ - lud zu einer Abendveranstaltung ins „La Casona“, in das Kulturhaus der Stadt Cochabamba ein. Als wir in der Dämmerung den mit Kerzen feierlich erleuchteten Patio der „alten Villa“ betreten, haben sich erst wenige Cochabambinos eingefunden.

Jorge Aquino, der Leiter des Centro Cultural Ayopayamanta, Cintia Montan, Doña Blanca, Fabiana Albarado und andere Mitarbeiter des Kulturzentrums haben diesen Abend mit vorbereitet. Die Galerie des offenen Lichthofes ist mit bunten Mantas geschmückt. Cintia bietet CDs der Musikgruppe SACAMBAYA und Bücher über Bolivien an.

Eine halbe Stunde nach dem offiziellen Beginn sind die Stuhlreihen bis auf den letzten Platz besetzt und weitere Besucher drängen sich am Eingang.

Viele Bekannte und lieb gewordene Freunde sind gekommen, darunter auch alle Aquino-Brüder: Grover, Jorge, Carlos und Julio. Und mit den SACAMBAYA-Musikern gibt es ein freudiges Wiedersehen.

Wir hören eine Reihe kurzer Ansprachen: Prof. Jonny Rivera (Direktor der städtischen Kulturabteilung), Dr. René Teran (Präsident der Ayopaya-Gemeinde in Cochabamba), Dr. Jorge Aquino (Leiter des CCA und der Musikgruppe SACAMBAYA) , Dr. Carlos Aquino (Dokumentarfilmer), Alfredo Coca (Architekt), Dr. Oskar Cabrera (Bürgermeister von Independencia).

Nach einigen sehr informativen Kurzfilmen über Bräuche und Feste auf dem Campo - "Alma-Producciónes" von Carlos Aquino - tritt der bekannte Charangist Bonny Alberto Teran auf. Den Hauptteil des Abends gestalten SACAMBAYA mit neuen Liedern und Tänzen. Cholitas in festlicher Tracht gehen durch die Reihen und reichen den Gästen Wein in Kalabassa- Trinkschalen, dazu Fleischspießchen und Käsehappen.

 

 

Wir waren zu Besuch in einem Land, das zu den wirtschaftlich ärmsten Lateinamerikas zählt. Doch an diesem Abend erfuhren wir als Gäste noch einmal den kulturellen Reichtum und die herzliche Gastfreundschaft Boliviens und ihrer Bewohner. Die vielen besos y abrazos zum Abschied bezeugen diese Freundschaft und Verbundenheit über die Grenzen hinweg.

 

 

 

Saludos cordiales aus Bolivien von Elfriede und Franz Staudhammer, Repräsentanten von Runa Masi e.V., an alle Eine-Welt-Freunde

Text und Fotos: Elfriede und Franz Staudhammer

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Adresse: Runa Masi e.V., Richard Platzer, Deglhof 15, 93142 Maxhütte-Haidhof, Tel.: 09471 307429
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