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Bolivien Reiseerlebnis
Reiseerlebnisse und Notizen aus Ayopaya / Bolivien / Aug. 2009

Reisebericht Teil 1


>>>Reisebericht Teil 2

>>>Reisebericht Teil 3

Zum wiederholten Male landen wir nach einem schier endlos langen Flug im Tal von
Cochabamba und werden gleich am Flughafen von unserem langjährigen Freund und Leiter
des "Centro Cultural Ayopayamanta" Jorge Aquino herzlich begrüßt. Wir fahren zu seinem
Haus, um dort gemeinsam mit Mitbewohnern und Freunden zu essen.
Einige Tage danach machen wir uns im Geländewagen mit Don Jorge auf den Weg nach
Independencia, dem Hauptort der Provinz Ayopaya. Schwer bepackt mit allerlei Baumaterial
auf dem Dachträger fahren wir am Spätvormittag los. Dabei nehmen wir den kürzeren
und landschaftlich reizvolleren Weg über
Morochata - 175 km in sieben Stunden.

Das Hochgebirge der Anden ist tief zerklüftet. Stets muss den steilen Bergflanken eine Straße abgerungen werden, die in der Regenzeit nach Erdrutschen manchmal tagelang unbefahrbar ist. Der Nissan Pajero klettert die Serpentinen hinauf bis auf 4500 Meter, wo die Luft dünn wird, um sich dann wieder 1500 Meter hinunterzuwinden in die Täler, durch Flussbette und vorbei an kleinen bäuerlichen Gehöften.

 

Nach einigen Stunden Fahrt - es muss wohl noch vor Morochata gewesen sein - erblicken wir in der Ferne eine Ansammlung von Menschen, die alle in eine Richtung gewandt sind. Auch einige Geländefahrzeuge und ein Bus haben angehalten. Als wir näher kommen und aussteigen, wird uns klar, dass sich soeben ein tragischer Unfall ereignet hat: Ein voll beladener LKW ist in einer Steilkurve geradeaus gefahren und den Abhang hinuntergestürzt. Es sieht aus, als habe er sich überschlagen; in der Schlucht ist der LKW liegen geblieben, fast bis zur Unkenntlichkeit zerdrückt.

Den Fahrer haben die Campesinos über schmale Fußpfade bereits aus der Tiefe nach oben geholt und auf die offene Ladefläche einer Camioneta gebettet. Er liegt dort zugedeckt mit einer Manta. Eine Frau weint und klagt um den Toten. Wir stehen abseits mit einem beklemmenden Gefühl der Hilflosigkeit. Offenbar ist der Camionero während der langen Fahrt eingeschlafen oder die Bremsen haben versagt, meint Jorge. Derartige Unfälle ereignen sich im Bergland der Anden öfter, und meist enden sie tödlich.

 

In Independencia angekommen, benötigen wir eine längere Ruhepause, denn nach langer, wackeliger Fahrt auf ungewohnten Höhen machen sich Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar. Wären wir dem Beispiel unseres Fahrers Don Jorge gefolgt und hätten wir wie er Cocablätter gekaut, wären wir jetzt nicht so geschwächt. Auch unsere Soroche-Tabletten und andere Notfallmedikamente haben wir leichtsinnigerweise in Cochabamba zurückgelassen. Es ist also heute nichts mehr zu machen.

 

 

 

Erst am Folgetag begeben wir uns zum dortigen Großprojekt, dem "Casa de la Region", einem Regionalzentrum, in dem alle Bereiche des Centro Cultural zusammengeführt worden sind:

 

ein großer Saal für Veranstaltungen Küche,

 

 

 

 

 

 

 

Radio Ayopaya, Archiv Bibliothek,

 

 

 

 

 

 

 

Kursräume zur Aus- und Weiterbildung in verschiedenen Berufen Übernachtungsmöglichkeiten u.a.

 

 

 

Dieses Zentrum entsteht zz. u.a. mit Spendengeldern, die von Runa Masi e.V. und anderen Fördervereinen aus Deutschland und Österreich gesammelt wurden.

 

 

Obwohl der dreistöckige Bau noch nicht vollständig ausgebaut ist, werden die beiden fertigen Etagen bereits eifrig genutzt: Im Saal finden eine nachmittägliche Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht statt ,

 

 

 

und Radio Ayopaya - eine ganz wichtige Nachrichtenquelle für die Menschen in den entlegenen Dörfern auf dem Campo - ist ständig auf Sendung.

 

 

Das dritte Stockwerk kann allerdings erst ausgebaut werden, wenn die Finanzierung dafür gesichert ist.

 

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Adresse: Runa Masi e.V., Richard Platzer, Deglhof 15, 93142 Maxhütte-Haidhof, Tel.: 09471 307429
Franz Staudhammer, Abt-Gero-Str. 32, 84489 Burghausen Tel.: 08677 91 16 58 fstaudhammer@web.de