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Elfriede und Franz Staudhammer am Machu Picchu
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Wir fahren in die tropische Chapare-Region, die den Übergang bildet zwischen den Anden-Hochtälern und den Urwaldgebieten im Tiefland. Die Region zählt zu den wichtigsten Coca-Anbaugebieten Boliviens.
Hinter dem Städtchen Villa Tunari finden wir eine weitläufige Hotelanlage inmitten des tropischen Urwaldes: vier Tage zum Relaxen, Lesen, Baden in lauwarmen Naturbecken am Fluss. Nur zwei weitere Gäste residieren in einem der Cabañas. Hier lernen wir Jutta kennen, eine ehemalige Praktikantin im Sozialzentrum von Independencia, dem Hauptort der Provinz Ayopaya.

Am nächsten Tag reisen wir mit Eloy - Eulogio Torres - vom „Centro Cultural Ayopayamanta“ im Centro-eigenen Kleinbus in einer achtstündigen Fahrt über unwegsame Hochlandpisten zum 220 km entfernten Independencia. Maria, die 18-jährige Schülerin am örtlichen Colegio Boliviano-Aleman, unsere ahijada, für die wir seit einigen Jahren eine Patenschaft übernommen haben, erwartet uns schon. Sie hat noch eine Freundin mitgebracht und wir sitzen im Inti Wasi, dem Gästehaus des Kulturzentrums zusammen und essen die von Maria mitgebrachten papas und huevos. Unsere Spanischkenntnisse reichen gerade für eine einfache Unterhaltung und wir besprechen die Pläne für den nächsten Tag.

MariaWilder Coca, Musiklehrer am Colegio, führt uns zur aktuellen Großbaustelle, dem „Casa de la Region“, einem zweistöckigen Gebäude, dem noch ein drittes Stockwerk aufgesetzt werden soll.
In diesem „Haus der Region“ werden einmal alle Einrichtungen und Aktivitäten des „Centro Cultural Ayopayamanta“ Platz finden: ein großer Saal für Konzerte u.a. Veranstaltungen, der Radiosender „Ayopaya“, eine Bibliothek mit Fachbüchern zur beruflichen Bildung. Insbesondere sollen auch Räume zur handwerklichen Aus- und Fortbildung entstehen, um der Abwanderung qualifizierter Bolivianer nach Spanien zu begegnen.
Weil die Baustelle alle verfügbaren Arbeitskräfte und auch Spendengelder bindet, konnte die Kleinbewässerungsanlage in der südlich von Independencia gelegenen Dorfgemeinde Capellania noch nicht wie geplant fertiggestellt werden.

Tags darauf fahren wir mit Maria und Eloy nach Machaca, wo Kunststudenten an der Renovierung der Wallfahrtskirche arbeiten.
Für das Wochenende hat sich Francisco in Independencia angekündigt und die Wiedersehensfreude ist groß, zumal wir ihn zwei Jahre zuvor hier kennengelernt und wir uns zu einer zweiten Patenschaft entschlossen hatten.
Doch schon bald heißt es wieder Abschied nehmen von lieb gewordenen Menschen und wir reisen im Regionalbus zurück nach Cochabamba.

Im Vorort Quillaquollo besuchen wir den deutschen Padre Manfredo Rauh, den wir schon bei der letzten Bolivienreise kennengelernt hatten, und der maßgeblich das über den „Missionskreis Ayopaya“ finanzierte „Casa del Catequista“ (Cadeca) initiiert und aufgebaut hat.

Für den kommenden Tag sind in Cochabamba Blockaden und ein Streik angekündigt, die das öffentliche Leben lahm legen sollen. Es ist der Tag vor dem Rückflug nach Deutschland. Zweifel kommen auf, ob wir denn überhaupt den Flughafen erreichen werden?
Die Stadt wirkt wie ausgestorben, die Straßen fast autofrei, Geschäfte haben ihre Stahlrollos heruntergelassen, Restaurants und Cafes geschlossen.

Nur über unser Hotel ist ein Taxi zu bekommen, das uns in die Innenstadt zur Plaza bringt.
Dort herrscht Wochenendstimmung. Menschen sitzen auf Parkbänken, schlecken Eis oder versammeln sich um Kundgebungstafeln mit Zeitungsartikeln und markigen Sprüchen für Che Guevara und gegen den verhassten Präfekten von Cochabamba Manfred Reyes Villa. Noch zeugen die zersplitterten Fensterscheiben und die rußgeschwärzte Fassade der Präfektura von einem Brandanschlag während der Straßenschlachten im Januar 2007.

Wie angekündigt, sind Streik und Blockaden am Abend zu Ende. Vereinzelt liegen noch Pflastersteine, die gegen „Streikbrecher“-Taxis eingesetzt wurden, auf den Straßen.

Wir hatten unruhige Tage erlebt am Ende der Reise.
Doch die zwischenmenschlichen Begegnungen und das Wiedersehen mit lieb gewordenen Freunden sind es, die in guter Erinnerung bleiben.

Der Weg ist frei zum Flughafen!
Hasta la vista en Bolivia o Alemania

Franz & Elfriede Staudhammer  

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